2025 – Ein Jahr zum Vergessen: Warum wir den „Female Shift“ als Notwehr brauchen

December 28th, 2025

Manche Dinge sind dazu bestimmt, vergessen zu werden. Und dazu gehört dieses Jahr. Wann wird sich unser Leben endlich wieder normal anfühlen und nicht wie ein schlechter Scherz, Alptraum oder verzerrte Zeitachse, in die wir versehentlich hineingefallen sind.

2025 war ein Jahr des Totalitarismus. Die Medien sind immer noch geneigt, jedem Rülpser zu folgen, den Trump macht und kein Tag vergeht ohne irgendeine Drohgebärde des russischen Diktators Putin.

Doch wenn wir ehrlich sind: das Problem sind immer weiße, alte Männer, deren Angst um Bedeutungsverlust sie auf ihre alten Tage in einen Machtrausch verfallen lässt. Sie sehnen sich nach längst vergangenen Zeiten. Zeiten, in denen männliche Stärke, Machtgehabe und Unterdrückung von Frauen und jeglichen Minderheiten noch en vogue waren.

Die Welt wäre eine andere und die Menschheit heute zuversichtlicher, wenn die mächtigsten Staaten der Welt, ausnahmsweise einmal Frauen an die Spitze ihrer jeweiligen Regierungen setzten. Das ist nicht nur eine polemische These, sondern wissenschaftlich untermauert. Weiblich geführte Staaten kommen oft wesentlich resilienter durch Krisen, weil weiblicher Führungsstil eher auf Kooperation und Kommunikation setzt, als auf Dominanz.

In unserer immer älter werdenden Gesellschaft wird es immer schwieriger, sich aus der Gerontokratie zu befreien. Denn das größte Risiko einer Überalterung der Macht ist der Verlust der Zukunft. Studien belegen das Phänomen der politischen Kurzfristorientierung (Short-Termism): Wer die langfristigen Folgen seiner Entscheidungen nicht mehr erleben wird, investiert seltener in Bildung, Innovation oder Klimaschutz und klammert sich stattdessen an den Status quo. Wir verwalten den Niedergang, statt den Aufbruch zu wagen.

Um diesen Zirkel der Stagnation zu durchbrechen, brauchen wir keine Verjüngungskur um jeden Preis, sondern einen radikalen Strukturwandel auf drei Ebenen:

Erstens: Die Demografie als Auftrag verstehen. Wir müssen akzeptieren, dass wir eine alte Gesellschaft sind, aber genau deshalb Mechanismen schaffen, die Jugend und Frauen gezielt fordern und fördern. Wenn sich die Macht nicht organisch verteilt, sind Quoten und gezielte Förderung in politischen Ämtern kein „Woke-Wahnsinn“, sondern Notwehr gegen den Stillstand.

Zweitens: Der „Female Shift“ als Sicherheitsstrategie. Es geht nicht nur um Gerechtigkeit, sondern um globale Sicherheit. Daten zeigen eindeutig: Wo Frauen regieren, wird weniger in Kriege und mehr in Gesundheit und Bildung investiert. Weibliche Führung ist in einer fragilen Welt kein „Nice-to-have“, sondern der effektivste Schutzwall gegen den nächsten totalitären Kollaps.

Drittens: Empowerment beginnt im Klassenzimmer. Wir können nicht warten, bis Frauen 40 sind, um sie in Vorstände zu hieven. Wir müssen Bildung neu denken – weg vom Auswendiglernen, hin zu Demokratiebildung und Leadership-Programmen, die schon zehnjährigen Mädchen beibringen: Deine Stimme zählt, und Macht ist nichts Schmutziges, sondern ein Werkzeug zur Gestaltung.

Wenn wir 2026 nicht wieder rückblickend als „Jahr der alten Männer“ verfluchen wollen, müssen wir jetzt anfangen, die Architektinnen der Zukunft zu bauen. Und paradoxerweise braucht es gerade uns Männer, die den Mut haben, Platz zu machen und Türen aufzustoßen.